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Chronik der Jugendfarm
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Chronik der Jugendfarm

1980
Unser Verein Jugendfarm Bonn wird von einer kleinen Gruppe junger Leute, größtenteils Pädagogikstudenten, gegründet, die sich zum Ziel gesetzt haben, der zunehmenden Urbanisierung und der damit verbunden Einschränkung der Erfahrungsspielräumen von Kindern etwas entgegenzusetzen. Was lag also näher, als Natur- und Tiererfahrung auch mitten in der Stadt zu ermöglichen? Diese Idee orientiert sich am Modell der Jugendfarm Elsental in Stuttgart. Daher wird der „Vater“ der Jugendfarmbewegung, Edgar Böhm, nach Bonn eingeladen und stellt die Stuttgarter Farm in einem eindrucksvollen Filmbericht beispielgebend den interessierten Vereinsmitgliedern vor.
Die Umsetzung in Bonn steht aber recht bald vor erheblichen Schwierigkeiten, da die Stadtverwaltung, trotz grundsätzlicher Unterstützung unserer Initiative, bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück nicht fündig wird. Und so ziehen die ersten Jahre mit geduldigem Abwarten ins Land.

1984
Endlich kommt von der Stadt Bonn das Angebot, das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei in Pützchen am Holzlarer Weg zu nutzen. Die Gewächshäuser werden abgerissen, dass Gelände mit neuem Boden bedeckt, ein Hügel wird aufgeschüttet und schließlich werden die ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Stadtgärtnerei umgebaut. Durch großzügige Spenden von der Sparkasse und dem Familienministerium werden die Bau- und Einrichtungskosten ermöglicht und somit geht die Verwirklichung der Idee von 1980 mit riesigen Schritten ihrer Realisierung entgegen.

1985
Mit einem großen Einweihungsfest nimmt unsere Jugendfarm am 01. Juni 1985 den Betrieb auf. Die Stadt unterstützt uns mit Personal- und Sachkostenzuschüssen, wodurch zunächst Ställe für die Tiere entstehen.
Fünf Pferde, vier Schafe, ein Schwein, 18 Hühner, etliche Gänse, Kaninchen und andere Kleintiere ziehen auf der Jugendfarm ein. Außerdem werden eine Werkstatt eingerichtet und ein Bauspielplatz ins Leben gerufen, eine Küche und Feuerstelle werden integriert. Im Hauptgebäude erweitern die Angebote eines städtischen Spielhaus das pädagogische Programm.
24 Schüler*innen der benachbarten Gesamtschule Bonn-Beuel bilden eine Arbeitsgemeinschaft und leisten Pionierarbeit beim Ausbau der Jugendfarm. Der grundlegende Gedanke bei diesem Kooperationsprojekt liegt darin, dass Schule und Jugendfarm viele gemeinsame Ziele im Sozialisierungsprozess der Kinder haben. Jedoch kann die Jugendfarmarbeit so manches bietet, was Schule nicht hat. Besonders die gestaltbaren und veränderbaren Freiräume bieten mehr sinnliche und Fantasie fördernde Spielanreize, als diese in schulischen Kontextbereichen möglich wären. Dieses „Freiraumkonzept“ wird später zu vielfachen weiteren Kooperationen führen, was wir damals aber noch nicht wissen konnten.
Das Jahr 1985 schließt mit einem großen Weihnachtsbasar ab. Unser Verein zieht hier noch einmal Bilanz, wie erfolgreich die Errichtung der Jugendfarm Bonn tatsächlich umgesetzt ist.

1986
Das Jahr steht ganz im Zeichen der Aufbauphase und ist gekennzeichnet durch vielfältige Arbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur. Mittlerweile arbeiteten auf unserer Jugendfarm drei Hauptamtliche und vier Zivildienstleistende. Im Sommer findet erstmals ein internationaler Jugendaustausch mit einer schottischen Jugendfarm statt. Zudem beginnt der Vorstand (damals bestehend aus Ruth Schreyer, Uli Platz und Gerd Hörnemann) zusammen mit den Mitarbeitern die Ausarbeitung der pädagogischen Konzeption.

1987
Im Jahr 1987 erweitern wir unser Angebot für Vormittagsgruppen, Schulklassen und Kindergärten und richten den „Erlebnistag“ ein. Die Schwerpunkte unserer Baumaßnahmen liegen auf den Arbeiten an den Außenanlagen und dem Garten, während die Ställe erweitert und ausgebaut und die Wege fertig gestellt werden. Langsam nimmt unsere Farm ihr charakteristisches Gesicht an, so wie sie bis heute bekannt und beliebt ist.

1988
Über 300 Kinder und Jugendliche sind mittlerweile auf unserer Farm „zuhause“, was an den Anmeldezahlen und Versicherungszahlen abzulesen ist. In der Realität betreuen wir jedoch weitaus mehr Kinder, was durch die häufigen Besuchergruppen, die außerhalb der regulären Öffnungszeiten die Jugendfarm für Projekte nutzten, zu erklären ist. Erstmals nehmen wir in diesem Jahr mit einem eigenen Umzugswagen unter dem Motto „statt Karneval zur Jufa gehen“ am Holzlarer Karnevalsumzug teil. Da die Jugendfarm - am Fuße des Ennertberges gelegen - mit dem vom Berg herunterkommenden Wasser kämpfen muss, werden Teile des Jugendfarmgeländes mit einem Drainagesystem versehen und ein Wassermatschbereich eingerichtet. Auf dem Bauspielplatz entsteht eine 60 Meter lange Seifenkistenrennbahn samt den zugehörigen Seifenkisten, die von nun an der neue Hit auf der Farm wird. Leider lassen sich aber auch bereits erste Verschleißerscheinungen feststellen. Während der Farmkiosk eine frische Renovierung bekommt und feierlich eingeweiht wird, zeigt sich auf dem Reitplatz, dass dieser dringend einen neuen Belag benötigt.

1989
Erfreulich auf der einen Seite ist der Aspekt zu sehen, dass unsere offene Kinder- und Jugendarbeit boomt. Fast 500 Kinder und Jugendliche sind inzwischen angemeldet und versichert, wodurch die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter*innen erheblich steigt. Auf der anderen Seite verschlechtert sich die finanzielle Situation durch die ständig steigenden Ausgaben deutlich. Der Verein kann jedoch erfolgreich mehrere Spendenaktionen bestreiten. Außerdem erzielen wir den ersten Preis beim Nordrhein-Westfälischen Landeswettbewerb „Spielen in der Stadt“, was 5.000 DM zusätzlich in unsere stets klamme Farmkasse spült.
Auf dem Bauspielplatz entsteht in diesem Jahr ein großes Holzschiff und im Tierbereich zieht die 12jährige Eseldame Enrico ein. Um den wachsenden Anforderungen gerecht werden zu können, beantragen wir bei der Stadt Bonn die Einrichtung einer zusätzlichen Pädagogenstelle.

1990
Auch 1990 gibt es wieder ähnlich hohe Besucherzahlen wie im Vorjahr. Den diesjährigen Karnevalszug nutzen wir, um mit einem Motivwagen für den Umbau des Holzlarer Weges zu demonstrieren. Vor der Farm soll eine verkehrsberuhigte Zone mit einem Wendehammer entstehen, um die Kinder der Farm besser zu schützen.
Unser Antrag aus dem Vorjahr wird im Juni mit dem Geld für eine zusätzliche Stelle bewilligt. Erstmals organisiert die Jugendfarm auch einen Parkplatzdienst zu Pützchens Markt. Mit den hierdurch erzielten Einnahmen können wir weitere Finanzierungslücken stopfen. Darüber hinaus legen wir mit Mitteln des Landesjugendplanes im hinteren Bereich der Farm ein Biotop an.

1991
Vor der Jugendfarm wird der Holzlarer Weg tatsächlich umgebaut. Endlich wird der langersehnte Wendehammer eingerichtet, um die Gefahren für die Kinder durch vorbeirasende Autos zu verringern. Dies stößt allerdings nicht überall auf Gegenliebe, vor allem, weil viele Holzlarer nun einen Umweg fahren müssen.
Unser Tierbestand wird dieses Jahr um zwei Kühe erweitert, zwei Jersey-Kälber ziehen in den neu gebauten Kuhstall ein. Im Rahmen des zweiten internationalen Jugendaustauschcamps gestalten Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern die Außenfassade und Mauern der Jugendfarm mit bunten Bildern.
Tragisch schließt das Jahr mit einem Unglück, wobei unser Pony „Lady“ im Winter auf dem zugefrorenen Weiher neben der Farm einbricht und stirbt.

1992
Das ganze Jahr über bedrohen schwarze (Finanz-)Wolken die Arbeit der Farm. Mit verschiedensten Bemühungen möchten wir an dieser Haushaltsschieflage etwas ändern. Erstmals diskutieren wir ein Konzept der Ganztagsbetreuung, um die Arbeit auf der Jugendfarm langfristig zu sichern. Unser Jugendbereich floriert zunehmend, während die Farmkinder, die von Anfang an dabei sind, sich inzwischen in einem Alter befinden, dass sie die Farm fast schon wieder verlassen müssen. Für diese Gruppe von Jugendlichen ergibt sich der Bedarf, die Farm auch in den Abendstunden zu öffnen. Leider stößt diese Idee aber vor allem an finanzielle Grenzen, denn hierfür müsste eine weitere halbe Stelle für den Jugendbereich geschaffen werden.

1993
Unser Haushaltsdefizit weitet sich aus. Erstmals seit unserem Bestehen sind wir aus finanziellen Gründen von einer Schließung bedroht. Doch die Änderungen in der Haushaltsplanung und eine Nachzahlung durch das Jugendamt sowie ein sehr erfolgreicher Spendenaufruf an die Bevölkerung rettet unsere Jugendfarm schließlich vor dem Aus.
Nachfolgend führen wir erste Verhandlungen mit dem Jugendamt zum Thema Ganztagsbetreuung, sodass wir neue Angebote für Schulklassen und Kindergärten ins Leben rufen.
Auf dem Reitplatz bieten wir mit dem „Ponytag“ ein neues pädagogisches Konzept an, wonach jedes Kind einen festen Tag zur Betreuung „seines“ Ponys erhält.
Das pädagogische Jahr steht ganz im Zeichen des Mittelalters. Ritter liefern sich in Burgen mit Zugbrücken, zu Fuß und zu Pferd große Schlachten, was vor allem im Sommer bei den Kindern zu großer Begeisterung führt.

1994
1994 ist geprägt von der Planung und Errichtung einer Tagesgruppe als Erziehungshilfeangebot auf der Jugendfarm. Hierzu müssen wir einen Kredit aufnehmen, die Farmhäuser sanieren und umbauen, einen Bürocontainer aufstellen und schließlich den Umzug des städtischen Spielhauses, dass sich ebenfalls auf der Farm befindet, in andere Räumlichkeiten organisieren.

1995
Wir feiern dieses Jahr unser 10jähriges Jubiläum. Pünktlich im Januar öffnet unsere neue Tagesgruppe mit drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen ihre Pforten. Unser Sekretariat zieht in einen Bürocontainer auf dem Gelände ein und auch auf die Buchhaltung und Personalverwaltung kommen Neuerungen zu, denn wir stellen auf EDV um.
Für die „Größe“ der Jugendfarm ist es inzwischen auch notwendig, eine hauptamtliche Geschäftsführung einzustellen, um den ehrenamtlichen Vorstand zu entlasten. Des Weiteren können wir in diesem Jahr mit einer speziell hierfür ausgebildeten Kraft das Heilpädagogische Reiten als eigenen Programmpunkt einführen. Zudem übernehmen wir die Trägerschaft des städtischen Spielhauses, das auf dem Farmgelände integriert ist.

1996
Der Pferdebereich bekommt endlich seine lang ersehnte Vergrößerung: Wir erweitern die Pferdeställe und den Reitplatz und bauen eine Sattelkammer. Auch die Kinder im Pferdebereich bekommen nun einen Aufenthaltsraum. Für sie richten wir das „Reiterstübchen“ ein. Schließlich ergänzt „Draumur“ seit diesem Jahr das Heilpädagogische Reiten, durch dessen besondere Ausgeglichenheit sich die Einsatzmöglichkeit der Pferde erheblich erweitert. Auf dem Bauspielplatz vergrößern und sanieren wir die Go-Kart-Bahn, für die in einem Kooperationsprojekt mit der Tertia GmbH spezielle Fahrzeuge gebaut werden.

1997
Das Leben und Sterben auf der Farm liegt in diesem Jahr eng beieinander: Leider stirbt unser Esel Enrico, der schon seit acht Jahren bei uns wohnt. Dafür aber boomt es bei den Schweinen, die vielfachen Nachwuchs bekommen. Um diesem auch gerecht zu werden, konzipieren und bauen wir eine neue Futterküche. Neu ist auch ein großer Steinbackofen. Außerdem beginnen wir fleißig mit dem Bau von „Jufanzatown“, einer Westernstadt mit Saloon und aufregenden Hängebrücken. Schließlich öffnen wir unsere Pforten für das WDR-Fernsehen, das ein einstündiges Feature über die Jugendfarm produziert.

1998
Der Bedarf ist so hoch, dass wir dieses Jahr erneut unseren Pferdebereich erweitern. Wir heißen den Kaltblutmix „Ambos“ willkommen, so dass unsere Heilpädagogin nun auch mit älteren Jugendlichen arbeiten kann.
Der WDR besucht die erneut die Farm und berichtet diesmal über die integrative Arbeit mit Pferden und behinderten Menschen. Eine groß angelegte Begrünungsaktion bringt über 100 Obstgehölze auf die Farm, die hier verteilt und eingepflanzt werden. Unsere Go-Kart-Bahn auf dem Bauspielplatz ist mittlerweile baufällig und muss zur großen Trauer der Kinder abgerissen werden.
In Bonn macht 1998 die „Karawane zur Kinderfreundlichkeit“ halt, an der auch wir uns gern beteiligen.
Durch den Betrieb der Tagesgruppe hat sich unsere finanzielle Situation mittlerweile stabilisiert. Unser Team zählt nunmehr 16 Mitarbeiter/-innen und vier Zivildienstleistende.

1999
Ein Einbruch ins Büro der Jugendfarm und die Entwendung von PCs und wichtigen Unterlagen belastetet unsere Vereinsarbeit massiv. In tagelanger Kleinarbeit müssen wir alle Daten und sonstigen Dokumente der komplett auf EDV umgestellten Verwaltung rekonstruieren.
14 Jahre nach der Öffnung wird der Um- und Neubau von Stallungen auf der Farm besonders dringlich. Erfreulicherweise hilft uns ein Sponsor bei der notwendigen Realisierung mit 20.000 DM. So können wir Ställe verlegen und Ausläufe vergrößern.
Im benachbarten Stadtteil Kohlkaul findet ein Kinderforum zur Einrichtung eines Spielhauses am Finkenweg statt. Nach intensiven Diskussionen erklären wir uns als Träger bereit, in die Planung und Konzeptionsentwicklung einzusteigen und das Projekt zu übernehmen.

2000
Die Planungsphase auf dem Spielplatz Finkenweg beginnt, wir bekommen hierzu Fördermittel vom Land und von der Stadt Bonn. Im Sommer schon kann die offene Arbeit in einer provisorischen Bauwagensiedlung und mit gespendeten Wohnwagen starten.
Auf der Farm geht eine zweite Tagesgruppe in Planung, da fünf Jahre erfolgreiche Arbeit in diesem Bereich der Erziehungshilfen unseren Vorstand zu einer Vergrößerung dieses Angebotes ermutigen. Mit dem Jugendhilfeträger Motiviva e.V. aus Bonn schließen wir einen Kooperationsvertrag, um gemeinsam Ressourcen zu bündeln. Im Verein führen wir eine neue Managementstruktur ein, die der vergrößerten Einrichtung und Mitarbeiterzahl Rechnung tragen soll.
Kürzungen der Stadt Bonn im Kinder- und Jugendbereich führen zu einer gemeinsam mit vielen anderen Bonner Trägern ins Leben gerufenen Unterschriftenkampagne.

2001
Die Kürzungen im Bereich der Offenen Jugendarbeit sind endlich vom Tisch. Mit der Stadt Bonn sollen Förderverträge geschlossen werden.
Auf dem Spielplatz Finkenweg werden die Bauanträge für die Infrastruktur genehmigt, sodass wir erste Aufträge für die Anschlussarbeiten vergeben können. Nach einigen Schwierigkeiten in der Planung werden endlich zwei Eisenbahnwaggons für den dringend benötigten Jugendtreff aufgestellt, zu dessen Aufbau die Aktion Mensch 50.000 DM stiftet.
Der an das Gelände der Farm angrenzte Teich und Garten wird nun von uns verwaltet, wodurch wir hier neue Angebote für Kinder installieren können. Im ehemaligen Wohnhaus Holzlarer Weg 74 starten die Umbauarbeiten und auch auf der Farm beginnen wir mit umfangreichen Renovierungsarbeiten. Der Reitplatz und die Zaunanlage werden komplett erneuert, wozu die IKEA-Stiftung 50.000 DM zur Verfügung stellt.

2002
Unsere zweite Tagesgruppe nimmt im ehemaligen Wohnhaus ihren Betrieb auf. 14 Plätze für Kinder stehen hier künftig zur Verfügung. Erstmals beteiligt sich die Farm in diesem Jahr am Sommerferienprogramm der Stadt und bietet eine Stadtranderholung an.
Der Finkenweg profitiert von den Talenten vieler junger Menschen, die im Rahmen eines internationalen Jugend-Workcamps die gesamte Anlage ausbauen und verschönern. Vier befestigte Grillplätze werden angelegt und darüber hinaus bekommen die Eisenbahnwaggons bunte Anstriche. Mittlerweile beschäftigten wir gut 25 Mitarbeiter*innen und Übungsleiter*innen.

2003
„Flexible Tagesbetreuung“ heißt unser neues Erziehungshilfeangebot im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Und auch an der Gartenschule in Beuel entsteht ein neues Betreuungsprojekt. Mit Fördermitteln des Landesjugendamtes eröffnet der „Nami-Club“ seine Tore.
An der Marktschule in Pützchen übernehmen wir die Übermittagsbetreuung der „Maulwürfe“ und richten zwei neue Gruppen ein. Gleichzeitig wird das 8 bis 13 Uhr-Betreuungsprogramm initiiert.
Auf dem Finkenweg finden währenddessen große Umbaumaßnahmen statt. Der Verein „Hütte e.V.“ in Neu-Vilich gibt seinen Jugendtreff auf und schenkt uns die dazu genutzte Containeranlage, die wir aufwendig sanieren und ein neues Betreuungshaus entstehen lassen. Auch hier wird nun ein Schülertreff eingerichtet.

2004
Wegen der großen Nachfrage wird der Jugendtreff am Finkenweg erneut vergrößert und öffnet nun auch in den Abendstunden. Außerdem gibt es an diesem Standort jetzt eine zweite Gruppe der flexiblen Tagesbetreuung mit älteren Jungs. An der Marktschule wird eine dritte Betreuungsgruppe eingerichtet, zeitgleich laufen die Vorplanungen mit der Marktschule zur Umwandlung in eine Offene Ganztagsschule (OGS).

2005
Unter dem Namen „OGS plus“ startet ein neues Betreuungsangebot an der Gartenschule, das ein Kooperationsprojekt zwischen Schule, Jugendamt und Jugendfarm mit insgesamt 16 Plätzen ist.
Nach den Sommerferien geht die offene Ganztagsschule an der Marktschule an den Start, wobei wir alle bisherigen Betreuungsplätze in dieses Projekt überführen können. Die Stadt unterstützt hierbei durch den Bau eines neuen Gebäudes mit insgesamt vier Betreuungsräumen. Unsere Mitarbeiterzahl ist bis zu unserem großen Jubiläumsfest zum 20-jährigen Bestehen der Farm im September 2005 auf nunmehr 45 angestiegen.

2006
Im Januar 2006 erhält unser Reitplatz auf der Farm einen neuen wetterfesten Belag und die alljährliche winterliche Seenlandschaft hat ein Ende.
In der Schullandschaft entwickelt sich ebenfalls einiges. Nach den Sommerferien richten wir unter unserer Trägerschaft an der Grundschulen Am Pleiser Wald in Sankt Augustin und Robert-Koch Grundschule in Bonn-Bad Godesberg zwei weitere Offene Ganztagsbetreuungen ein. Darüber hinaus wird die OGS Marktschule aus Kapazitätsgründen um einen Anbau erweitert werden müssen, da die Nachfrage an Plätzen so enorm ist.
Im November geht an der Gartenschule dank der Unterstützung durch die "Stiftung Mensch" ein neu konzipierter „Nami-Club“ für die älteren Jugendlichen an den Start. Die OGS selbst verlässt die bisherigen Räumlichkeiten, die der Nami-Club nun übernimmt, und erhält das neu ausgebaute Dachgeschoss der Gartenschule.

2007
Zum 1. März startet die dritte Tagesgruppe, die wir von Motiviva e.V. übernehmen und die im städtischen Jugendzentrum „Die Brücke“ in Tannenbusch untergebracht ist.
Der Spielplatz Finkenweg wird im Sommer umfangreich umgebaut. Mittlerweile ist auch die Erweiterung an der Marktschule abgeschlossen, so dass ab dem Schuljahr 2007/08 dort 150 Kinder im Rahmen von OGS betreut werden können.
Nach den Sommerferien übernehmen wir die Trägerschaft der neu eingerichteten nachschulischen Betreuung im Offenen Ganztag an der Gottfried-Kinkel-Schule in Oberkassel und an der Gotenschule in Plittersdorf. Im Laufe des Sommers entscheiden sich drei weitere Schulen für die Jugendfarm als Kooperationspartner im Offenen Ganztag: Die KGS Ippendorf, die KGS Laurentiusschule in Lessenich und die Förderschule Gutenbergschule in Sankt Augustin. Durch die vielen neuen Kooperationen steigt die Zahl der Mitarbeiter*innen rasant auf 150, was uns auch vor neue Herausforderungen stellt.

2008
Im Mai werden wir Kooperationspartner des Brüser Dorf e.V. und unterstützen den Verein beim Betrieb des Abenteuerspielplatzes.
Kurz vor den Sommerferien eröffnen wir unsere vierte Tagesgruppe auf einem alten Bauernhof in Bornheim.
Zum neuen Schuljahr übernimmt die Jugendfarm als neuer Kooperationspartner die OGS an der Katholischen und der Evangelischen Grundschule in Hangelar. Die Kooperation mit der Gottfried-Kinkelschule aber lösen wir wieder auf, es passt leider nicht.

2009
Im Fachbereich Jugendhilfe und Schule verzeichnen wir in den OGSen stark steigende Kinderzahlen. Und auch an drei weiterführenden Schulen bauen wir unser Betreuungsangebot aus: Am Beethoven-Gymnasium, der Realschule Beuel und der Theodor-Litt-Hauptschule gibt es nun Übermittagsbetreuung in unserer Trägerschaft.
Das neue Ferienprojekt Kinderstadt "Mini-Beuel", das der Fachbereich Offene Arbeit zusammen mit Kooperationspartnern zum ersten Mal präsentiert, ist ein riesiger Erfolg und soll im Jahr 2011 wiederholt werden.
Unser betreuter Spielplatz Finkenweg erhält 2009 den Bonner Integrationspreis und gewinnt zudem die Ausschreibung "Handwerk fördert Jugend". Der Gewinn besteht in Handwerker-Leistungen im Wert von 100.000 €, die der Schaffung eines neuen Jugendtreffs dienen sollen.

2010
Im Mai wird der neue Jugendtreff auf dem Spielplatz Finkenweg feierlich eröffnet. Bei einem Wettbewerb des Runden Tisches gegen Kinderarmut stellen die Kinder des Spielplatzes ihre kreativen Ideen zum Thema Kinderarmut unter Beweis und gewinnen mit einem selbst getexteten und komponierten Lied.
Auf der Farm halten neue tierische Pädagogen Einzug: Truthähne erfreuen nun die Kinder mit ihren außergewöhnlichen „Gesängen“. Die Eselherde staunt über "Frits", der als Neuzugang für Aufregung sorgt.
Im Rahmen unserer „tierischen“ Erziehungshilfen erweitern wir das Angebot um das "Heilpädagogische Reiten und Voltigieren im "Sonnenstall" in Stieldorferhohn bei Königswinter.
Ein besonderes Highlight ist die Kooperation mit dem Demeter Bauernhof „Gut Ostler“ in Meßdorf. Hier können wir eine weitere Tagesgruppe integrieren, bei der die Heranwachsenden in die Landwirtschaft einbezogen werden.
Im Bereich Jugendhilfe und Schule starten wir eine Kooperation mit dem Friedrich-Ebert-Gymnasium und bieten dort 60 Plätze für Übermittagsbetreuung.

2011
Im Januar startet zum zweiten Mal die Anmeldung für das Projekt „Mini-Beuel", das wir zusammen mit unseren Kooperationspartnern Kleiner Muck e.V. und der ev. Kirchengemeinde Bonn-Beuel in den Sommerferien durchführen. Bereits am ersten Tag ist die Kinderstadt mit über 600 Anmeldungen ausgebucht.
Im April übernehmen wir die Trägerschaft des "Brüser Dorfes", einem Abenteuerspielplatz auf dem Brüser Berg im Bonner Westen und haben damit unseren dritten Standort im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Im Juni endet aufgrund von Gesetzesänderungen die Ära der Zivildienstleistenden, die seit unserer Gründung zuverlässige und unverzichtbare Helfer in der Offenen Arbeit waren. Stattdessen erhalten wir die Anerkennung als Beschäftigungsstelle für das Freiwilligen Sozialen Jahren (FSJ), den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD) und für das Freiwilligen Ökologische Jahr (FÖJ).

2012
Wir kooperieren nun mit einer weiteren weiterführenden Schule in Bonn, dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und übernehmen dort die Trägerschaft der nachmittäglichen Hausaufgabenbetreuung. In der Förderschule Gutenbergschule in Sankt Augustin wird uns die Trägerschaft der Schulsozialarbeit im Auftrag der Stadt zugeteilt.
Es gelingt uns, weitere Stellen für das Freiwillige Jahr bzw. den Bundesfreiwilligendienst im Fachbereich "Hilfen zur Erziehung" und im Fachbereich "Jugendhilfe und Schule" einzurichten. Die Konkurrenz um die Plätze ist groß, daher freuen wir uns, dass zukünftig noch mehr junge Menschen bei uns ihren Dienst ableisten können.
Die Tagesgruppe Tannenbusch verliert durch städtische Baumaßnahmen ihr Außengelände. Weil wir mit den Kindern nicht nur drinnen sein wollen, zieht die Gruppe kurzerhand um auf den Abenteuerspielplatz „Brüser Dorf“.

2013
Unsere bisherige Geschäftsstelle Am Weidenbach 26 platzt aus allen Nähten, sodass wir notgedrungen ein altes Wohnhaus mitten auf dem Marktplatz in Pützchen anmieten und dieses zur neuen Geschäftsstelle umbauen. In den Osterferien ziehen unsere Verwaltung und die Geschäftsführung in die neuen Räume. Die alten Räume werden nun von den Fachbereichsleitungen genutzt, die froh sind, dass sie die improvisierten Container-Büros auf der Farm verlassen können.
Die im Souterrain der Engelsbachschule gelegene OGS in Ippendorf wird bei einem schweren Unwetter von Wassermassen geflutet. Die OGS muss für lange Zeit in die Turnhalle und ein großes Zelt ausweichen. Niemand kann sagen, wann es wieder zu normalem Betrieb kommen wird, so groß ist der Schaden.
Der Kinder- und Jugendtreff auf dem Spielplatz Finkenweg wird von einer Einbruchsserie, einhergehend mit Vandalismus und hohem Sachschaden, erschüttert. Erst zum Jahresende beruhigt sich die Situation, nicht zuletzt aufgrund hoher Investitionen in die Sicherung der Anlage.

2014
Im Jahr 2014 wird die Kooperation mit der Theodor Litt Schule aufgrund der Auflösung der Schule beendet, unser Angebot aber durch die Eröffnung einer Großtagespflegestelle in der Rottlandstraße erweitert. Hier können neun Kinder unter drei Jahren betreut werden.
Die Fachbereichsleitungen ziehen in das Dachgeschoß der neuen Geschäftsstelle. In der ehemaligen Verwaltung der Jugendfarm, in der sie zuvor ein Jahr untergebracht waren, hat nun der Bereich "Flexible und ambulante Hilfen" des Fachbereichs Hilfen zur Erziehung einen festen Standort, wodurch wir dieses Angebot für Familien, die Unterstützung brauchen, weiter ausbauen können.
Im Spielhaus im Brüser Dorf wird nach den Sommerferien ein extrem hoher Schimmelbefall festgestellt, verursacht durch einen Wasserschaden aufgrund ein defekten Sicherheitsventiles. Das Spielhaus ist unbenutzbar und muss geschlossen werden. Die Tagesgruppe kann vorübergehend in Tannenbusch unterkommen, die Kinder in der offenen Arbeit kommen mit einem Zelt ganz gut zurecht.
Der Spielplatz Finkenweg bekommt einen Bauwagen gespendet. Hier wird ein Teenie-Treff für all die eingerichtet wird, die aus dem Kindertreff herausgewachsen sind, sich aber im Jugendtreff noch nicht so richtig aufgehoben fühlen.
Die Jugendfarm beteiligt sich an der Gründung eines Trägernetzwerkes der "Jugendhilfe" in Bonn. Und die OGS Engelsbachschule kann über ein Jahr nach dem Unwetterschaden endlich in die frisch renovierten Räume der Schule zurückkehren.

2015
Aufatmen im „Brüser Dorf“: Das Spielhaus kann im Frühling nach der erfolgter Grundsanierung nach dem immensen Wasserschaden wiedereröffnet werden. Und auch die Tagesgruppe aus Tannenbusch kehrt mehr als glücklich wieder dorthin zurück.
Im Herbst wird die Gartenschule in Beuel mit der Joseph von Eichendorf Schule zusammengelegt. Beide Standorte heißen nun „Rheinschule“. Wir bleiben aber Träger der OGS und des Erziehungshilfeangebotes am Standort Beuel.
Wir engagieren uns weiter an Schulen und übernehmen die Trägerschaft der Übermittagsbetreuung an der Sprachförderschule Astrid-Lindgren in Duisdorf. Perspektivisch ist dort eine OGS mit integrierter Erziehungshilfe angedacht.
Unsere zweite Großtagespflege mit fest angestellten Tagesmüttern für Kinder unter drei Jahren wird mit zunächst sechs, später mit neun Plätzen in der Sebastianusstraße in Pützchen eröffnet.
Pünktlich zum 30-jährigen Farmjubiläum, das wir mit einem großen Fest feiern, ist unsere Mitarbeiter*innenzahl erstmals auf über 250 gestiegen. Hinzu kommen ca. 125 Übungsleiter*innen.

2016
Die von der Stadt Bonn nach jahrelangem Ringen mit Eltern und Trägern verabschiedete neue Betreuungspauschale ermöglicht eine deutlich bessere Finanzierung des Offenen Ganztags und damit einen großen Schritt in Richtung verbindlicher Qualitätsstandards.
Erstmals in der Geschichte der Jugendfarm Bonn kann das jährliche Farmfest nicht stattfinden. Das große Familienfest, das auf dem Gelände des Spielplatzes am Abenteuerweg geplant ist, muss wegen Sturmwarnung kurzfristig abgesagt werden.
Weil viele unter „Jugendfarm“ das Gelände am Holzlarer Weg in Pützchen verstehen, aber eigentlich der Verein gemeint ist, taufen wir die Bereiche der Offenen Arbeit um: Die alte Jugendfarm heißt ab jetzt „Farm am Holzlarer Weg“, der Spielplatz Finkenweg wird zum „Kinder- und Jugendtreff Finkenweg“ und der Abenteuerspielplatz in Hardtberg, das „Brüser Dorf“, wird zum „Aktivspielplatz am Abenteuerweg“.

2017
Großtagespflege mit Tagesmüttern in Festanstellung ist komplizierter als wir uns das vorgestellt haben und so übergeben wir die Einrichtung Rottlandstraße vertrauensvoll in die Hände der dort beschäftigten Tagesmutter.
An der Förderschule Astrid-Lindgren-Schule in Bonn ist es nun soweit: Zum ersten Mal hat die Schule unter unserer Trägerschaft eine eigene OGS, zwar zunächst nur 42 Plätze, aber dafür mit dem unterstützenden Erziehungshilfe-Konzept.
Im Rahmen der neuen Finanzierung des Offenen Ganztags werden neue Qualifizierungsrichtlinien verabschiedet, es gilt nun auch in OGS das Fachkräftegebot.
Der Umzug der Realschule Beuel an ihren neuen Standort in der Adelheidisstraße wird in diesem Jahr vollzogen, womit leider auch unser Lernlandschafts-Projekt VivO, Vielfalt vor Ort, beerdigt werden muss.
In diesem Jahr überschreitet die Anzahl der Mitarbeiter*innen erstmals die Zahl 300.

2018
Im Februar werden wir Träger des offenen Ganztags an der Matthias-Claudius-Schule in Bonn und übernehmen das gesamte, dort beschäftigte Team. Nach turbulenten Zeiten sind alle froh, dass es mit der Jugendfarm nun wieder in ruhigere Gewässer geht.
Nach den Sommerferien gehen wir eine weitere Kooperation ein, diesmal mit der Lebenshilfe Bonn Gemeinsam gründen wir die GBR „JuLe“ und bieten an unterschiedlichen Schulstandorten Schulbegleitung und Integrationsassistenz.
Im Herbst lösen wir die Großtagespflege Sebastianusstraße wieder auf weil es uns nicht gelingt, ausreichend Tagesmütter für eine Festanstellung zu finden.

2019
Nach fast 10 Jahren endet die Kooperation mit dem Gut Ostler in Meßdorf. Die Pachtverhältnisse haben sich geändert, so dass wir nicht bleiben können. Die dort untergebrachte Tagesgruppe zieht um nach Pützchen und findet in den ehemaligen Räumen der Großtagespflege Sebastianusstraße ihr neues Domizil.
Zwei weitere Kooperationen enden: An der Realschule Beuel und am Beethovengymnasium laufen unsere Betreuungsangebote zu den Sommerferien aus weil wir kaum mehr Personal für die wenigen Arbeitsstunden am Nachmittag finden.

Erfreulicherweise erhalten wir den Zuschlag für die Trägerschaft des Abenteuerspielplatzes „Ankerplatz“ in Sankt Augustin. Die Stadt hatte ihre Jugendeinrichtungen ausgeschrieben um Trägervielfalt zu ermöglichen.

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